Als ich heute von der Arbeit nach Hause fuhr, wusste ich nicht genau, wer da über wen lacht. Ich war barfuß mit dem Rad unterwegs. In einer Baustelle war der Autoverkehr stark ausgebremst. Und so kam es, dass ein mich überholender Corsa von lautem Gibbeln zweier “Mädchen” erfüllt wurde. Die eine am Steuer des Wagens, die andere an den Knöpfen ihres iPhones. Anscheinend fanden die es witzig, mich zu filmen.
Ich muss jetzt noch grinsen, wenn ich mir überlege was wohl in deren Schädeln vorgegangen ist. Und ob überhaupt. Vielleicht bin ich auch langsam einfach zu alt. ;) Aber lachen soll ja gesund sein. Und das möchte ich keinem verwehren. Immerhin kann man das ja auch als positive Reaktion interpretieren.

Die Omi* gestern morgen war hingegen richtig knuffig. Begegnet bin ich ihr schon öfter auf Gassirunde. Als sie sah, dass ich trotz regen barfuß lief, zuckte sie absichtlich zusammen, schaute mich geschockt an und deutete dann mit dem Regenschirm auf meine Füße. “Bei dem Wetter? Da wird mir ja schon vom Zusehen kalt. Dabei bin ich so dick eingepackt.”
Urigerweise ging sie aber im Rock. Daran kann man sehen, dass das gewohnte Bild entscheidend ist. Denn für mich wäre eher der Rock etwas bei dem einem kalt werden könnte.

Bevor man sich also scheckig lacht oder rumstänkert, lieber mal den Blickwinkel ändern.

(* Omi=Im Pott gebräuchlicher, liebevoller Kosename für eine ältere Dame)

Written on July 28th, 2011 , Unterwegs Tags:

Während des Urlaubs war ich die meißte Zeit barfuß unterwegs. Und so zog ich mir natürlich nicht extra für den Markt Schuhe an. Erstens passt Barfußlaufen ganz gut auf einen solchen Markt. Zweitens ist das grobe Kopfsteinpflaster auf dem Marktplatz super zum drauf laufen. Und Drittens “Wieso überhaupt”?
Auf dem Markt selbst schauten immer wieder mal Leute seltsam. Das Publikum bildet sich hier halt nicht aus Mittelalter-Freunden sondern aus ganz gewöhnlichen Urlaubern. Obwohl es leicht regnete waren durchaus viele Leute da.

Ein paar knuffige Begegnungen gab es dann:

  • Ein Kind zeigte auf meine Füße und rief “Papa Papa, schau mal. Der Mann ist barfuß”
    Offensichtlich war das für das Kind etwas völlig neues… *kopfschüttel*
  • Mir kam ein Mann mit Frau an der Hand entgegen. Als er meine bloßen Füße entdeckte, sah er mich von oben bis unten erschreckt an und schob seine Frau ein Stück zurück und hinter sich.
    DA musste ich mich echt beherrschen, nicht laut loszulachen.
  • Als ich mir an einem Stand etwas anschaute hörte ich hinter mir ein Kind fragen: “Warum hat der Mann keine Schuhe an?” Und der Vater antwortete, während ich fertig war und mich umdrehte, trocken und mit einem Grinsen: “Dann werden die Schuhe nicht nass.”
    Das war die beste Reaktion, die ich bisher mitbekommen habe.

Der Markt selber war ein wenig mickerig. Die Stände kannte man schon von anderen Märkten. Daher gibt es darüber nicht viel zu sagen. Aber alles in allem hat der Markt mir doch ziemlich Spaß gemacht. ;)

Written on July 22nd, 2011 , Unterwegs Tags: ,

Wir waren auf dem Weg in den Urlaub und wollten in Hamburg einen Zwischenstopp einlegen. Ein oder 2 Stündchen durch die Stadt watscheln. Da ich mittlerweile immer häufiger barfuß unterwegs bin, dachte ich mir: “Warum nicht?”.

Wenn man ein wenig zum Thema “Barfußlaufen” im Internet herumstöbert merkt man, dass sich viele Barfußläufer über ihre Wirkung auf die Umwelt gedanken machen. Sehr häufig sind Berichte über die Reaktionen von Menschen, denen man unterwegs begegnet. In Hamburg bin ich nicht ein einziges Mal angesprochen worden. Selbst “Blicke”, wie man sie z.B. hier aus Dortmund kennt, konnte ich die meiste Zeit über keine Ausmachen.

Einzig in einem Gespräch mit einem Ladenbesitzer kamen wir auch auf Barfußlaufen. Meine Frau und ich besuchten einen kleinen niedlichen “Mittelalter-Laden”. Da sich meine Frau etwas länger umsah, kam ich mit dem Ladenbesitzer ins Gespräch. Hundebesitzer unter sich. ;) Aber erst nach einer ganzen Zeit kam das Gespräch auf Barfüßigkeit und dass er jemanden kennt, der das ganze Jahr barfuß unterwegs ist.
Ich glaube die Menschen in Hamburg ticken anders. Vielleicht sind sie eher an “abweichende” Verhaltensweisen gewöhnt.

Sehr schön war es, durch “Planten un Blomen” zu laufen. Hier gibt es immer wieder verschiedene Untergründe. Feinen Schotter, Wiesen und Rindenmulch. Auch wenn der Rindenmulch vielleicht nicht als Weg gedacht war. Es gibt hier und da auch kleine Bachläufe durch die man stapfen kann. Das ganze ist wie ein großer Spielplatz. ;)

Spannend war auch das Laufen durch einen Bereich in dem so seltsame Geschäfte zu finden waren. Eines hieß glaube ich “Vulgari” und eines “Prader” und eines “D&C”. Die Leute da bemühten sich sehr, sich nichts anmerken zu lassen. Direkten Augenkontakt scheuten sie und man konnte einwandfrei erkennen, wohin die Blicke gingen. Das war ein Spaß. :)

Entenfamilie in Hamburg

Hinterher habe ich mich ein wenig geärgert, nicht ein paar mehr Fotos geschossen zu haben. Aber zumindest von einer kleinen Entenfamilie in einem kleinen Teich im “Planten un Blomen” habe ich Bilder gemacht.

 

Written on July 10th, 2011 , Unterwegs Tags:

Wenn man einen Hund hat, dann fragen einen häufiger mal Eltern mit Kindern, ob die Kinder mal streicheln dürfen. Zumindest passiert uns das immer wieder. Mag vielleicht an unserer Ronja liegen.

Ronjas Heartbreak-Blick

Ronjas Heartbreak-Blick

Da Ronja eine sehr friedliche Zeitgenössin ist, die so gut wie nie bellt und eher wegläuft als auf Konfrontation zu gehen kann ich sie guten Gewissens mit Kindern zusammenbringen.
Auf dem Gemeindefest war es dann wieder einmal so weit. Ich war mit Ronja auf Gassirunde vorbeigegangen.. Und dort habe ich auch Nachbarn von uns getroffen. Das Kind kennt Ronja schon und hatte sie gestreichelt. Kurze Zeit später kamen auch andere. Zum Schluss hatten Ronja und ich eine Traube von 8 oder 9 Kindern um uns rum. Ich zeigte dann ein, zwei kleine Kunststückchen und die Kiddies durften einzeln Ronja streicheln und auch ein Leckerchen geben. Ronja verhielt sich sehr brav. Sie ist zur Hälfte Labrador und somit tut sie für Leckerchen im Prinzip alles.
Während die Kinder mit ihr zugange waren, habe ich mein Augenmerk auf die Körperhaltung von Ronja gelegt. Die wirkte aber selbst dann noch völlig entspannt, als die Kinder immer näher kamen und immer häufiger auch gleichzeitig etwas von ihr wollten. Da sind die Kinder nicht zu bändigen gewesen. Ronja aber ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Schaute ein Kind an, machte was es wollte, verschlang das Leckerchen und schaute zum nächsten Kind.

Ronja ganz aufmerksam

Ronja ganz aufmerksam

Es dauerte eine ganze Zeit lang, bis Ronja sich dann langsam an mich wandte und dann habe ich den Kindern erklärt, dass Ronja jetzt keine Lust mehr habe und das haben sie verstanden und akzeptiert. Ich war begeistert. Ronja hat sich von ihrer besten Seite gezeigt und die Kiddies hatten ihren Spaß.

Aber bitte nur nachmachen, wenn ihr euren Hund gut einschätzen könnt. ;)

Nach dem Fest wurde mir noch ein Gespräch angetragen, welches sich nach meinem Besuch ereignet hat.
Person A: “Sag mal, hast du das gesehen? Der mit dem Hund war barfuß”
Person B: “Ja, der läuft meistens barfuß”
Person A: “Ach kennst du den? Wohnt der bei euch in der Straße?”
Person B: “Nein, das ist mein Schwiegersohn!”

Da musste ich schon ziemlich schmunzeln. :)
Noch dazu war ich ja ganz in schwarz unterwegs. Und hatte einen großen schwarzen Hund dabei. Dass die Eltern ihre Kinder überhaupt haben mit Ronja spielen lassen. :D
Was lernen wir daraus? Vorurteile sind quatsch. Und ein Hund “spricht” mit einem, man muss ihm aber auch zuhören.

Written on July 9th, 2011 , Unterwegs Tags: ,

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